Testbericht Sigma 150 mm f 2,8 APO MACRO DG HSC

 

Der Blick durch ein Makroobjektiv eröffnet dem Photographen völlig neue Dimensionen. Was zuvor kaum zu sehen war und nicht beachtet wurde, mausert sich nun zum Hauptdarsteller mit überraschenden Details. Und ob die mit dem Sigma 150 mm Macroobjektiv gut zur Geltung kommen, verrät dieser Testbericht.

Zunächst mal die technischen Daten: Mit 895 Gramm und 137 mm Länge hat man schon was in der Hand. Aber in meinem Photorucksack passt das Objektiv noch hochkant rein und lässt sich damit platzsparend unterbringen. Der Abbildungsmaßstab beträgt 1:1 und die Nahgrenze liegt bei 38 cm. Im Klartext: Bei einer Vollformatkamera kann man etwa 3,5 cm x 2,4 cm formatfüllend aufnehmen. Die Filtergröße liegt bei 72 mm. Was für die Praxis auch ganz wichtig ist: Das Objektiv hat eine Objektivschelle. Ein schneller Wechsel von Hochformat zu Querformat oder umgekehrt ist somit jederzeit möglich, ohne am Stativ Änderung vornehmen zu müssen und die Bildkomposition zu ruinieren.

Die Offenblende von 2,8 ist für mich bei einem Makro besonders wichtig. Damit kann ich die Schärfe auf die für mich bildwichtigen Elemente begrenzen und andere Bildteile gezielt mit Unschärfe maskieren. Das Arbeiten mit Offenblende erfordert jedoch gerade im Vollformat sauberes Fokussieren.

Die Verarbeitung des Objektives ist wertig, lässt aber auch noch Luft nach oben. Aber wer nicht (so wie ich) das Stativ samt Objektiv kippt und auf den Boden knallen lässt, muss auch nicht unbedingt damit rechnen, dass innerhalb des Objektivs eine Halterung bricht. (Mit etwas Geschick kann habe ich mich in das Innenleben des Objektives „eingearbeitet“ und die Halterung wieder geklebt. Seit einem Jahr hält das Ganze perfekt und die Photos werden auch scharf…).

Zum Thema Schärfe: Eine Festbrennweite ist natürlich immer besser als ein Zoom, aber dieses Objektiv ist eine Klasse für sich. Die Auflösung ist wirklich hervorragend und ich bin immer wieder begeistert davon.

Wenn ich Insektenmakros mache nutze auch ich öfter den Autofokus. Per USM wird hier eine ordentliche Geschwindigkeit erreicht. Eine Fokussierbegrenzungsmöglichkeit (0,38 bis 0,52 m; 0,52 m bis ∞ oder full) erleichtert das Leben in der Praxis; wenn man ein bestimmtes Motiv im Visier hat und den Autofokusbetrieb zum schnelleren Arbeiten begrenzen möchte.

Das Objektiv zeigt außerdem ein sehr ansprechendes Bokeh. Setzt man das Bokeh gezielt ein, kann man kann damit wirklich schöne „Gemälde“ erschaffen.

 

Beispielphotos Sigma f 2,8 APO MACRO DG HSC (mit Canon 5D Mk III)

Das Nachfolgemodell APO Makro 150 mm f 2.8 EX DG OS HSM mit optischer Bildstabilisierung habe ich auch schon ausprobiert. Es hat ähnlich überragende optische Eigenschaften wie sein Vorgänger, praktisch kaum Farbsäume und liefert mit seiner Bildstabilisierung eine verbesserte Freihandtauglichkeit. Was mich bei der Arbeit auf Dauer aber etwas genervt hat, war das wandernde Bild im Sucher, wenn die Bildstabilisierung aktiviert bzw. deaktiviert wurde. Trotzdem natürlich eine top Linse!

Kurz und gut: Das 150mm Sigma gehört zu meinen liebsten Objektiven, das ich auf keinen Fall missen möchte und erhält deswegen meine volle Empfehlung.


Beispielphotos  Nachfolgemodell Sigma APO Makro 150 mm f 2,8 EX DG OS HSM (mit Canon 5D Mk III)