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Praxistest LAOWA 100mm f/2,8 2:1 Ultra Macro APO

Das Laowa 100 mm f/2,8 2x Ultra Macro APO wurde im Jahr 2020 mit dem TIPA Award als eines der besten Fotoprodukte des Jahres ausgezeichnet: Die optischen Eigenschaften und die universellen Einsatzmöglichkeiten gestatten ausgezeichnete Bildergebnisse! Der chinesische Hersteller Venus Optics ist erst seit ein paar Jahren am Fotomarkt vertreten und hat bereits durch Linsen mit sehr speziellen Blickwinkeln und Möglichkeiten auf sich aufmerksam gemacht. Ein Grund mehr, das Objektiv genau unter die Lupe zu nehmen. Ich hatte das Objektiv im Makrosommer 2020 im Dauereinsatz und berichte hier über meine Erfahrungen.

Hohe Verarbeitungsqualität

Seit Mitte 2019 ist das Objektiv am Markt erhältlich. Die solide und formschöne Vollmetallkonstruktion des 100mm Makroobjektives liegt gut in der Hand und ist in mattschwarz gehalten. Die Verarbeitungsqualität ist auf sehr hohem Niveau: Die Fokussierung, Objektivdeckel und Gegenlichtblende sind passgenau und ohne Spiel gearbeitet und angenehm zu bedienen. Das Objektiv eignet sich für Vollformat- und APS-C-Kameras und ist mit Anschlüssen für Canon, Nikon, Sony und Leica erhältlich, wobei die Anschlussmöglichkeiten nach und nach erweitert werden. Mit einem Gewicht von rund 640 Gramm und Abmessungen von 72 x 125 mm (Durchmesser x Länge, Canon-Version) ist es recht handlich und passt in jede Kameratasche. Als „Immer dabei“ ist man mit diesem Makro für fast jeden Fall gerüstet, egal ob man Schmetterlinge, Frösche oder kleinste Strukturen wie Sonnentau oder Blütendetails fotografieren möchte.

2:1 Vergößerung

Eine der großen Stärken des Laowa 100mm f/2,8 ist die stufenlose Makro-Einstellung bis zur 2-fachen Vergrößerung!! Gegenüber den üblichen Makroobjektiven mit einer 1:1-Vergrößerung erhöht dies deutlich die Flexibilität in Bezug auf die Abbildungsgröße und lässt in praktisch fast allen Fällen ein Arbeiten ohne Zwischenringe zu. Der Vorteil einer stufenlosen Vergrößerung liegt auf der Hand: Man ist sofort einsatzbereit und kann sich optimal auf die Motivgröße einstellen ohne Zeit für das Einsetzen von Zwischenringen zu verlieren. Die zweifache Vergößerung des Laowa 100mm Makro in Verbindung mit seiner Naheinstellgrenze von 25 cm liefert erstaunliche Ergebnisse: Berücksichtigt man die Objektivlänge kann man auf Motive bis etwa 7,5 cm vor der Frontlinse fokussieren, was die Darstellung kleinster Motive wie z.B. Ameisen fast formatfüllend ermöglicht! Mit dem Laowa 100mm f/2,8 2x Ultra Macro APO kann man bereits in Bereiche vordringen, die sich dem menschlichen Auge im Allgemeinen nicht so einfach erschließen. Umso spannender ist daher ein Blick durch diese Linse und die Motivsuche ergibt immer wieder Überraschungen.

 Darüber hinaus kann man mit dem Makroobjektiv auch auf unendlich fokussieren, was mit eingesetzten Zwischenringen nicht mehr möglich wäre. Damit lässt sich das Einsatzgebiet des Laowa 100mm f/2,8 2:1 Ultra Macro auch sehr gut auf die Portrait- und Landschaftsfotografie erweitern. Die Blende lässt sich von f 2,8 bis f 22 einstellen. Durch die große Offenblende erreicht man im Makrobereich die gewünschte Freistellung des Motivs. Ich habe das Objektiv aber auch schon für Landschaftsaufnahmen im Gegenlicht verwendet und die Bildresultate waren überzeugend.

Für Vollformat und APS-C

Den Objektivtest habe ich an einer Canon Vollformatkamera durchgeführt. Dies ist insofern relevant, da es für Canon einen elektronischen Blendenmotor gibt und die Blendeneinstellung über die Kamera erfolgt. Bei den Anschlüssen für die verfügbaren übrigen Marken wird die Blende am Objektiv manuell eingestellt. Die Anzahl der Blendenlamellen ist je nach Anschluss unterschiedlich: Für Canon EF-Anschluss sind es 9 Lamellen, die Nikon F-Version ist mit 7 und die Sony E-Version mit 13 Lamellen ausgestattet. Die Unschärfekreise der Canon-Version sind offenblendig kreisrund und auch leicht abgeblendet ist das Ergebnis äußerst zufriedenstellend.

Die Filtergröße liegt bei 67 mm. Ich nutze das Objektiv ausschließlich mit dem im Lieferumfang enthaltenen UV-Filter, was aufgrund der Objektiv-Bauweise auch zu empfehlen ist. Lässt sich beim Fokussieren äußerlich keine Längenänderung feststellen, bewegen sich die inneren Linsenelemente dagegen mehrere Zentimeter in das Gehäuse zurück, sofern man von 2:1 auf unendlich fokussiert. Möchte man langfristig keine Verunreinigungen durch Staub oder Blütenpollen im Objektivtubus oder an der Linse haben, sollte vor dem ersten Praxiseinsatz in der Botanik entweder der mitgelieferte UV-Filter oder ein Polfilter aufgeschraubt sein.

 

Manueller Fokus

Die Fokussierung erfolgt beim Laowa 100mm Makro manuell. Der Fokussierweg ist dabei relativ kurz, mit einer Viertelumdrehung des Fokussierringes hat man von Unendlich auf den Nahbereich mit 2:1-Vergrößerung gewechselt. Die Entfernungseinstellung lässt sich damit am griffigen Fokusring sehr schnell durchführen. Für den maximalen Nahbereich wäre ein längerer Einstellweg zur leichteren Feinjustierung eine Option, aber nachdem der Einstellring absolut rund läuft und den richtigen Widerstand für präzises Arbeiten bietet, hat mich der kurze Weg bisher nicht gestört. Da ich mir im Makrobereich sehr häufig Motive suche, die in Verbindung mit Vorder- bzw. Hintergrund ein interessantes Zusammenspiel aus scharfen und unscharfen Bildteilen ergeben, arbeite ich in der Regel fast immer mit manuellem Fokus. Ausschnitt und Bildwirkung überprüfe ich in der Regel immer, indem ich den Fokus manuell verlege. Den Autofokus vermisse ich daher nur bei z.B. sich schnell bewegenden Insekten oder wenn ich an ungünstigen, schwer zugänglichen Stellen fokussieren muss.

Hervorragende Optik

Die Auflösung ist wirklich hervorragend und liefert in Bezug auf die Bildschärfe beste Ergebnisse. Nicht nur die Bildmitte zeigt exzellente Schärfe, auch in den Ecken bleiben keine Wünsche offen. 12 Linsenelemente in 10 Gruppen und die apochromatische Korrektur gewährleisten ein brillantes, kontrastreiches Bild ohne Farbsäume. Im Vollformat ist eine leichte Vignettierung feststellbar, die sich jedoch, sofern gewünscht, mit ein paar Mausklicks bei der Bildbearbeitung beheben lässt. Das Bokeh eines Objektivs gehört für mich ebenfalls mit zu den wesentlichen Aspekten bei der Beurteilung einer Linse und auch hier gefällt mir das Laowa 100mm f/2,8 Ultra Macro APO sehr gut. Die Farbübergänge sind weich und die Unschärfekreise wunderschön. Die Kombination von Abbildungsschärfe, Farbtreue und Bildlook ist überzeugend, so dass ich dieses Objektiv bei meinen Fototouren im Makrobereich sehr häufig einsetze.

 

Für das 100 mm Makro kann man bei Bedarf eine passende Objektivschelle dazu kaufen. Da ich ein großer Fan davon bin, das Bild innerhalb der optischen Achse ausrichten zu können, arbeite ich am Stativ sehr häufig damit. Für die Schelle ist am Objektiv allerdings keine spezielle Nut vorgesehen, so dass die Schelle am Tubus in Längsrichtung verschoben werden kann, wenn sie entsprechend gelockert wurde. Auch wenn ich dies schon manchmal in begrenztem Rahmen zur Entfernungskorrektur genutzt habe um das Stativ nicht verstellen zu müssen, wäre es mir persönlich lieber, wenn die Schelle in einer Nut am Objektiv laufen würde. Für meinen Geschmack dürfte die dazugehörige Objektivschelle auch bei einem Wechsel von Hoch- zum Querformat oder umgekehrt etwas leichtgängiger sein.

Fazit:

Mit 100 mm Brennweite ist das Laowa 100mm Macro f2,8 2:1 Ultra Macro APO ein ausgezeichnetes Universal-Makroobjektiv, das durch die Möglichkeit seiner 2:1 Vergrößerung besticht und exzellente optische Eigenschaften aufweist. Bildschärfe und Bokeh sind erstklassig. Verbunden mit der geringen Naheinstellgrenze können damit auch kleinste Motive formatfüllend abgebildet werden. Wer mit manueller Fokussierung kein Problem hat, erhält mit dem 100mm Makro ein Objektiv, das ein ausgezeichnetes, klares und kontrastreiches Bild liefert. Das attraktive Preis-Leistungsverhältnis macht die Linse zu einer interessanten Alternative für Makrophotographen. Wer der Faszination Makrophotographie erlegen ist, kann mit dem Laowa 100mm f/2,8 2x Ultra Macro APO Bildergebnisse auf höchstem Niveau erzielen.

 

Technische Daten:

Gewicht: ca. 640  g

Länge:  137 mm

Filtergewinde:  67 mm

Naheinstellgrenze:  25 cm

Anschlüsse für Canon EF, Canon RF, Nikon Z, Nikon F, Sony E, Leica L/Pan L

Straßenpreis: 535,- Euro

Stand: September 2020

Für Fragen zum Objektiv stehe ich gerne zur Verfügung!