Allgemeine Reiseinfos für Westkanada (BC/Alberta)

 

2014 waren wir ja in den Nationalparks von Alberta und British Columbia unterwegs. Natürlich haben wir im Vorfeld der Reise eingehend Informationen gesammelt. Gerade wenn man als Selbstfahrer unterwegs ist und keinen Reiseführer als Ansprechpartner hat, ist eine gute Organisation besonders wichtig.

Hier haben wir wichtige Infos für eine Reise nach Westkanada übersichtlich zusammengestellt. 

 

Einreise:

Als Deutscher ist die Einreise ohne Visum für maximal 180 Tage möglich. Voraussetzung: Der Reisepass ist noch mind. 6 Monate gültig, man besitzt ein Rückflugticket und führt ausreichend Bargeld/Checks/Kreditkarten mit sich.

Einreisebestimmungen: siehe www.auswaertiges-amt.de

Lebensmittel in begrenztem Umfang als Konserven; aktuelle Zollbestimmungen bei Lebensmittel/Einfuhrbestimmungen: siehe www.cbsa-asfc.gc.ca

 

Notfall:

Rufnummer: 911 landesweit für Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr; oder in der Telefonzelle via Operator: 0 = Hilfe, Notrufe aus Telefonzellen sind kostenlos.

 

Für das Telefonieren nach Kanada: 001 + Area Code der Provinz + Teilnehmernummer wählen

British Columbia: Area Code: 250

Alberta: Area Code: 403

Durchwahl von Kanada nach BRD: 011-49-Ortsvorwahl ohne Null-Teilnehmernummer; von jedem Münzfernsprecher (pay phone) aus möglich. (Unbedingt Kleingeld bereithalten: für 1 Minute ca. 5 Can$; ev. mit Münzen auch Vermittlung durch Operator); günstiger ist das Telefonieren mit Prepaid Calling Cards (erhältlich an Kiosken, in Hotels, Tankstellen und Supermärkten: Auf der Karte befindet sich ein Zahlencode, der freigerubbelt werden muss. Man wählt die angegebene kostenlose 800-Nummer und gibt nach der Ansage die Kartennummer und die gewünschte Teilnehmernummer ein.)

Von Kanada nach Deutschland: Vermittlungsstelle in Frankfurt: 1-800-465-0049, man kann dort gebührenfrei anrufen, um eine Verbindung innerhalb der BRD herzustellen. Die Gebühr bezahlt dann der Angerufene. (Via Handy nicht möglich).

Die Nutzung von Handys in BC oder Alberta ist stark eingeschränkt, lediglich in größeren Städten hat man Empfang. Ein flächendeckendes Netz, wie hier in Deutschland üblich, ist in Kanada nicht vorhanden!

Internetzugang: Ist an einigen Stellen kostenlos, hierzu muss nur der Pass bei Community Access Programm (CAP) teilnehmenden Stellen vorgelegt werden; befinden sich meist in öffentlichen Bibliotheken, Schulen, Gemeindezentren (teilnehmende Stellen siehe: cap.ic.gc.ca).

 


Geld:

 1€ = 1,5 Can$;    0,67 € = 1 Can$

Can$-Scheine: 5; 10; 20; 50; 100 Dollar Noten

Münzen: 1 Cent (penny), 5 ct (nickel), 10 ct (dime), 25 ct (quarter), 1 Dollar (loonie), 2 Dollar (toonie)

Geldabheben ist bei größeren Banken entweder mit Kreditkarte oder mit EC-Karte möglich. Im Vorfeld sollte man sich bei der Bank erkundigen, wie viel Auslandsgebühr auf den Umsatz bezahlt werden muss (meist rund 1,5%). Einige Banken bieten kostenloses Geldabheben im Ausland via Kreditkarte an. Dennoch kann es sein, dass die Bank vor Ort eine Gebühr erhebt – unabhängig von der deutschen Bank. Egal wie hoch der Betrag ist, den man abhebt, fällt eine Gebühr von 2 Dollar an.

Reisechecks: 50 Dollar-Stückelung (mit Wechselkursverlust), werden in Banken getauscht, aber Traveller Checks werden überall (Tankstellen, Geschäfte) auch wie Bargeld akzeptiert. Zum Einlösen muss in Anwesenheit des Kassenpersonals unterschrieben und der Ausweis vorgezeigt werden.

Bargeld: Kleinere Beträge in bar immer bereithalten, z.B. für manche Tankstellen, Geschäfte in entlegenen Gebieten und v.a. für staatl. Campgebühren!

Kreditkarten: Der Einsatz von Kreditkarten ist fast überall möglich (PIN-Nummer!). Manchmal ist es eher schon so, dass man bei Bezahlung mit Bargeld etwas komische Blicke erntet…

Öffnungszeiten der Banken: 9.30 – 16.30 Uhr

EC-Card: kann an vielen Geldautomaten eingesetzt werden, jedoch sind hier sehr hohe Gebühren fällig (4-5 Euro), wird als Zahlungsmittel in Geschäften nicht akzeptiert. Die EC-Card ist also eher als Reserve geeignet.

Postbank: Einige Abhebungen pro Jahr im Ausland sind mit der Postbank-EC-Card kostenlos!

 

Zentrale deutsche Sperrung EC- und Kreditkarte bei Verlust: 01149 116 116

 

Camping:

in den Nationalparks (NP) beträgt die Übernachtungsgebühr zwischen 15 und 38 Can$ per party+vehicle; in den Provincial Parks (PP) liegt die Gebühr zwischen 10 – 24 Can$ per party+vehicle; Recreation Sites: 0 – 15 Can$ per party; private Campsites sind meist teurer als die staatlichen Camps;

Gerade in der Hauptreisezeit sind die Camps relativ schnell voll, denn auch die Kanadier sind sehr gerne unterwegs. Auf allen Campingplätzen gilt: First come, first serve! Wer sich also zu spät im Campingplatz einloggt, kann schon mal Pech haben und muss 50 km bis zum nächsten freien Campingplatz fahren… Manchmal gibt es aber auch „Overflow“-Plätze, wenn das normale Camp voll ist; es lohnt sich also, danach zu fragen. Die Bezahlung der Campgebühren erfolgt bei der Einfahrt oder der Parkaufseher kassiert abends beim Rundgang.

Nicht bei allen staatlichen Campingplätzen kann man damit rechnen, dass es Duschen und Trinkwasser gibt. Es mag dem Europäer etwas verwunderlich erscheinen, dass es einem zivilisierten Land nicht möglich ist, vom nahegelegenen Fluss etwas Wasser für Duschen abzuzweigen. Jedoch wird man in Kanada recht häufig damit konfrontiert, dass nach einer schweißtreibenden Wanderung in der umliegenden Bergwelt noch ein improvisiertes „erfrischendes“ Bad im Gletscherfluss bzw. im Gebirgssee vor sich hat mangels Duschen auf der staatlichen Campsite. Wer sich dann denkt „Gelobt sei, was hart macht“ und nackt in die eiskalten Fluten stürzt, muss nur noch überlegen, was er dem herannahenden Fliegenfischer erzählt... Kanada ist zwar groß und hat viele einsame Gegenden, aber seien Sie versichert, zumindest ein Fliegenfischer findet sich fast immer, der gerade an Ihrer Badestelle auftaucht… ;-)

Je nach Bärenwarnstufe kann es auch vorkommen, dass das Trinkwasser komplett im Camp gesperrt wird. Wo kein Kochgeschirr abgespült werden kann, können auch keine Essensreste Bären anlocken, logisch! …Aber eigentlich ist es schon recht unpraktisch, wenn man mehrere Tage das Kochgeschirr nicht spülen kann …und wer nach dem Besuch der in Alberta üblichen Trockentoiletten das Bedürfnis verspürt, sich die Hände zu waschen, hat Pech gehabt. Mit etwas Glück gibt es aber ein Desinfektionsmittel… wenn´s nicht gerade leer ist… :-(   Kanada ist eben ein Abenteuer für sich!

Feuererlaubnis:

In den NP und PP muss man in der Regel um die 8 Can$ für die Feuererlaubnis bezahlen. Dafür wird meist das Feuerholz gestellt, das man auf den camp-eigenen Feuerholzstellen abholen kann. Feuerholz darf nicht in andere Parks mitgenommen werden, damit möchte man die Ausbreitung von Holzschädlingen verhindern.

 

Nationalpark-Eintritt:

z.B. für Banff, Jasper, Elk-Island

Ein Jahrespass für die Familie kostet 136,40 Can$, der Pass lohnt sich also ab 7 Tagen Aufenthalt in den o.g. Nationalparks; ansonsten gibt es Tageskarten: 19,60 Can$/family. Die Pässe sind an jeder NP-Zufahrt erhältlich, in den Info-/Besucherzentren und an den Fee-Stations der Campingplätze; Kreditkartenzahlung ist möglich; aktuelle Ticketpreise: www.parkscanada.ca

 

Wetter/Kleidung:

siehe www.theweathernetwork.com;

Auch im Sommer muss man, gerade im Bergland, mit extrem schnellen Wetterumschwüngen rechnen. Warme Kleidung ist also auf jeden Fall erforderlich genauso wie Schutzbekleidung gegen Niederschläge.

 

Lebensmittel:

Bei den großen Supermarktketten wie Safeway, Sobeys, Superstore kann man am günstigsten einkaufen. Das Angebot an Lebensmitteln ist prinzipiell mehr dem „american way of life“ angepasst, alles „low-fat“ aber dafür umso mehr Zucker… oder umgekehrt… (Das Erscheinungsbild der Kanadier ist dementsprechend). Grundnahrungsmittel sind relativ teuer, 1 L Milch liegt bei 2 bis 3 Can$, in abgelegenen Gegenden kann sie aber auch durchaus mal mehr als 7 Can$ kosten. Wurstwaren sind qualitätsmäßig eher so, dass sich bei einem Europäer die Begeisterung stark in Grenzen hält. Das labrige Weißmehlbrot löst bei jedem Bayern (und anderen) spätestens innerhalb zwei Wochen eine kleine Krise aus…

Öffnungszeiten der Geschäfte: 9 – 17 Uhr, Sa. 9 – 12 Uhr; manche Supermärkte schließen werktags allerdings auch erst um 21 Uhr.

An der Kasse werden zusätzlich zum Preis der Waren noch 5 % GST in Alberta bzw. 12 % HAST in BC aufgeschlagen. In manchen Geschäften kann man eine Kundenkarte beantragen, um Rabatte zu bekommen. Als Adresse trägt man dann „traveller“ ein.

 

Wasser:

Das Leitungswasser ist trinkbar, aber wegen den chemischen Zusätzen nicht wohlschmeckend. Wasserkanister kann man auf den Campingplätzen auffüllen. Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen sollte unbehandelt prinzipiell nicht getrunken werden, auch wenn es noch so sauber und klar erscheint. Die Guardia Lamblia, ein Erreger, der Erbrechen, Durchfall und Fieber hervorruft, ist sehr weit verbreitet (Inkubationszeit bis zu 10 Wochen). Ein kleinporiger Wasserfilter (für Guardiazysten undurchlässig) sollte daher bei längeren Wanderungen in die Wildnis nicht fehlen.

 

Medikamente:

Medikamente erhält man in sog. Drugstores. Es gibt keine Apotheken in Kanada.

 

Post:

Postkarte nach Europa: 1,7 Can$ Porto; airmail ca. 5 – 12Tage nach BRD

 

Trinkgeld:

In Restaurants sind ca. 15 % üblich (entweder auf Beleg “tip” vermerken oder in bar hinterlassen). Gepäckträger erhalten ca. 1 Can$ pro Gepäckstück, das Zimmermädchen 2 $ pro Tag; in Motels, Fastfood Läden und an der Tankstelle wird kein Trinkgeld gegeben.

 

Toiletten (Ladies/Mens Room):

Toiletten sind häufig bei den Infozentren der NP zu finden, aber auch in öffentlichen Gebäuden, Museen, Fastfood-Ketten oder auch entlang der großen Sightseeing-Routen bei manchen View-Points.

 

Zeitzonen:

British Columbia: MEZ – 9 Std. (9 Std früher als BRD)

Alberta: MEZ – 8 Std.

 

Adapter:

110-220 V, 60 Hz Wechselstrom; Adapter (Flachstecker) unbedingt in Deutschland kaufen, da in Kanada kaum zu finden.

 

Moskitos und Insect Repellents:

Theorie: v.a. im Juni – September; angeblich ab Mitte August deutlicher Rückgang der Mücken.

Praxis: diese Mistviecher sind mancherorts eine echte Plage und in so großer Zahl vorhanden, dass einem das Wandern, das Photographieren und Sonstiges vergeht. Neben den kleinen Moskitos gibt es auch die großen Pferdebremsen (ca. 2 cm groß, nicht diese Mini-Bremsen wie sie in Deutschland vorkommen), die zwar relativ langsam und behäbig sind und dementsprechend leicht abzuklatschen sind, aber auch hier macht´s die Anzahl: Eine von 15 kommt durch, und es sind deutlich mehr als 15 unterwegs…

Unserer Erfahrung nach ist es nur schwer vorhersehbar, wann und wo mit einer wirklichen Plage zu rechnen ist. Wir waren schon auf über 2500 m unterwegs, staubtrockene Wiesen, Geröllwüste und Wind und trotzdem wurden wir von tausenden dieser Plagegeister gepiesakt. Und andererseits heißt es nicht, dass in feuchten, sumpfigen Gegenden immer Mücken sind.

Wer nicht wirklich starke Nerven hat oder resistent gegen diese Blutsauger ist, sollte sich entsprechenden Schutz zulegen: Moskitonetz für den Kopf, langärmelige Hemden und lange Hosen (bei 30 °C auf einer Bergtour aber auch nicht so prickelnd) Moskitoschutzmittel vor Ort im Supermarkt kaufen (z.B. Johnson´s Off, Cutters Deep in the Woods, Giftefeu Poison Ivy). Dann kann man zumindest wählen, ob man sich stechen lässt oder lieber doch das Gift auf die Haut sprüht…oder einfach aufgibt und die Wanderung abbricht…

 

Bärenschutz:

Lebensmittel/Kosmetika nie im Zelt sondern im Auto bzw. den bärensicheren Stahlboxen aufbewahren. Muss man improvisieren, dann sollte man das Lagerungsgut luftdicht verpacken und mit einem Seil mindestens 2 m hoch und 1 m vom nächsten Stamm entfernt über einen Ast baumeln lassen.

Bei Wanderungen (v.a. in unübersichtlichem Gelände, Wald etc.) regelmäßig Lärm machen (Glocke, Pfeifen, Unterhaltung, Rufen etc.), damit die Bären nicht überrascht werden und genügend Zeit haben, sich zurückzuziehen.

Im Land kann man für rund 45 Can$ einen Bärenspray für den Notfall kaufen.

 

Diplomatische Vertretungen:

Deutsches Honorarkonsulat

8005102 St.

Edmonton, Alberta T6E 4 A2

Tel. 780-434-0430

 

Deutsches Generalkonsulat

999 Canada Place, Suite 704

Vancouver, British Columbia V6C 3 E1

Tel. 604-684-8377

Autofahren/Verkehrsregeln:

In Kanada herrscht Rechtsverkehr. Ein nationaler Führerschein reicht aus, trotzdem ist ein internationaler Führerschein empfehlenswert. Das Fahren mit Tagfahrlicht ist verpflichtend, ebenso das Anlegen eines Sicherheitsgurtes!

Ein Mindestalter von 21 Jahren als Fahrer sowie eine Kreditkarte ist für das Mieten von Autos erforderlich.

Höchstgeschwindigkeiten:

Fernstraße/Autobahn: 100 km/h – 110 km/h

Ortschaft: 50 km/h

Landstraße: 80 km/h

Die Ampel steht nicht vor, sondern hinter der Kreuzung!

Blinkende Ampeln:

- Grünblinkende Ampel: freie Fahrt, links abbiegen okay, Gegenverkehr hat bereits rot

- Gelbblinkende Ampel: vorsichtig weiterfahren

- Rotblinkende Ampel: halten und dann vorsichtig weiterfahren

- Bei Rot: rechts abbiegen erlaubt, wenn nicht extra verboten (no turn on red!). Zuerst aber stoppen und von links kommenden Verkehr beobachten.

 

- Gelber Bus blinkt: in beiden Richtungen nicht überholen, Schulbusse haben immer Vorfahrt (evtl. wird hinten am Bus ein Stoppschild ausgeklappt)

 

- Bei Stoppschild müssen alle 4 Reifen stehen! Die Polizei kontrolliert oft aus Verstecken

- 3. oder 4-way stop: stehen an allen Straßenecken Stopp-Schilder, müssen alle halten! Wer zuerst angekommen ist, darf auch zuerst weiterfahren.

- 2-way stop: man muss Vorfahrt gewähren (Nebenstraßenprinzip)

Falschparken: In Städten wird oft abgeschleppt; Auslöse mind. 100 Can$

Fußgänger haben Vorfahrt, wenn es sich nicht gerade um eine Ampelkreuzung oder eine schwer befahrene Straße handelt. Fußgängerüberwege unbedingt beachten!

- Bei einer Autopanne wird das Auto sicher geparkt und stellt dann die Motorhaube hoch. Auf der Fahrerseite befestigt man ein weißes Tuch. Dies gilt als Zeichen für Verkehrspolizei und andere hilfsbereite Verkehrsteilnehmer.

 

Tanken:

An der Tankstelle muss Vorkasse geleistet werden (via Kreditkarte). Karte durchziehen, Benzinsorte wählen und los geht´s. An einigen Zapfsäulen kann man einen bestimmten Geldbetrag wählen. Bei Full Service erledigt ein Mitarbeiter das Tanken, die Kreditkarte wird ausgehändigt.

 

Stand 2014

Die Liste werden wir noch erweitern/aktualisieren, sobald sich etwas Neues ergibt. Gerne nehmen wir auch Anregungen/Erfahrungen/Tipps von Euch mit auf!