Staub auf dem Sensor – Was tun?

 

Über kurz oder lang muss sich wohl jeder Besitzer einer Spiegelreflexkamera mit diesem Thema auseinandersetzen. Zu Zeiten der analogen Kameras wirkte sich Staub nur auf einzelne Aufnahmen aus, da durch den Filmtransport der Staub „beseitigt“ wurde. Jetzt wird der Staub nicht mehr „weitertransportiert“, sondern bleibt auch bei weiteren Aufnahmen auf dem Sensor liegen. Jede Aufnahme mit kleinerer Blende zeigt dann unbarmherzig alles, was sich auf dem Chip abgelagert hat... Wer also nicht immer in Zukunft die Sensorflecken am Photo wegstempeln will, muss diese lästigen Plagegeister wieder los werden! Fragt sich nur, wie??

Mit dem Staubproblem kämpfe ich nun auch schon einige Jahre, habe aber in der Zwischenzeit eine relativ gute Lösung gefunden, die ich hier vorstellen möchte.

 

Zunächst gilt es natürlich in erster Linie, den Staub auf dem Sensor prinzipiell zu vermeiden:

Jeder Objektivwechsel birgt die Gefahr, dass Staub in die Kamera und damit auch auf den Sensor gelangt, also so wenig Objektivwechsel wie möglich. Eine zweite Kamera mit unterschiedlicher Brennweite ist hier sehr angenehm. Wenn ich z.B. auf den staubigen Pisten Afrikas unterwegs bin, habe ich eine Kamera mit dem Tele bestückt, die andere mit einem Weitwinkelzoom. Damit bin ich für die meisten Fälle gut aufgestellt und muss nur bei „Spezialfällen“ Objektivwechsel durchführen.

Wenn ein Objektivwechsel ansteht, dann sollte dies natürlich in einem möglichst staubfreien Raum ohne Luftzug erfolgen, damit kein Staub aufwirbelt. Aber sobald man draußen unterwegs ist, ist dies natürlich leichter gesagt als getan…. Beim Objektivwechsel unbedingt darauf achten, die Kameraöffnung nach unten zu halten, auch wenn dann das abzunehmende Objektiv nach oben ungeschützt ist. Das zu wechselnde Objektiv steht möglichst griffbereit parat, um das Ganze zügig durchzuführen.

 

Wenn ich einen Objektivwechsel durchführe, überprüfe ich erst mal, ob die Kamera sauber ist, im Zweifelsfall wird mit Staubpinsel oder Mikrofaser-Reinigungstuch zumindest der Bereich um die Objektivöffnung gereinigt. Den Blasebalg verwende ich hierzu nie, damit keine Staubkörner in die Ritze zwischen Objektiv und Kamera geblasen werden, das vergrößert nur das Problem... Pinsel (ca. 10 €) und Reinigungstuch (ca. 3 €) nehmen kaum Platz weg und leisten wertvolle Dienste, daher absolut empfehlenswert.

 

Will ich die Staubanhaftung am Sensor überprüfen, wähle ich eine möglichst kleine Blende (mind. 18 oder 22 aufwärts) und photographiere gegen eine möglichst homogene Fläche (wolkenfreier Himmel, weißes Blatt etc.). Je kleiner die Blende gewählt wird, umso deutlicher treten die Sensorflecken hervor (die Landschaftsphotographen haben also prinzipiell ein größeres Staubproblem als Tierphotographen, die meist eine kleine Blende wählen).

 

Nun zum eigentlichen Thema: Wie bekomme ich den Staub wieder vom Sensor?

Für alle nachfolgenden Schritte möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass prinzipiell die Gefahr besteht, den Sensor dauerhaft zu schädigen, zu zerkratzen bzw. zu verschmutzen. Wer also eher keine ruhige Hand hat oder wirklich kein Risiko eingehen will, dem empfehle ich, die Kamera zur Reinigung an den Hersteller zu schicken.

Ich persönlich habe dies jedoch noch nie gemacht und bin mit dem nachfolgend beschriebenen Verfahren sehr gut klar gekommen:

 

Für die Reinigung des Kamerainnenraumes und des Sensors habe ich mir folgendes Zubehör zugelegt:

 

- Blasebalg (ca. 10 €)

- MATIN Sensorreinigungsstifte (ca. 26 €)

- Visible Dust - Sensor cleaning swabs (ca. 30 €),

 -Isopropanol reinst. als Reinigungsflüssigkeit

 

Vor der Reinigung des Sensors ist der Akkuzustand der Kamera zu überprüfen. Wenn der Spiegel hochgeklappt wird, muss ausreichend Akkurestladung vorhanden sein.

Der erste Schritt der Reinigung ist für mich immer, den Sensor mit dem Blasebalg zu säubern. Sollten tatsächlich größere Staubpartikel auf dem Sensor liegen und man geht sofort dazu über, sie mit den Reinigungsstiften oder den Swabs zu entfernen, besteht die Gefahr, dass der Sensor verkratzt wird.

Danach verwende ich meist die MATIN Sensorreinigungsstifte. Der Sensor wird mit dem Stift (zwei unterschiedliche Größen, je nachdem, ob man klein- oder großflächiger arbeiten will) abgetupft, der Staub bleibt am Tupfer haften. Der Tupfer selbst wird am „Abtupfer“ wieder gereinigt. Unbedingt vermeiden, den Tupfer mit den Fingern zu berühren, sonst werden Reste vom Körperfett auf den Sensor übertragen!

In der Regel überprüfe ich nach diesem Schritt, ob die Reinigung erfolgreich verlaufen ist (also Objektiv aufsetzen, neues Photo machen und am Display mit Lupenfunktion überprüfen).

Für den Fall, dass immer noch eine Verschmutzung festzustellen ist, nehme ich die Swabs, die mit einer Reinigungsflüssigkeit (Isopropanol reinst, erhältlich in Apotheken. Vorsicht: Isopropanol zieht mit der Zeit Wasser und kann dann Schlieren bilden. Besser wäre Methylalkohol, ist allerdings giftig...) getränkt sind und wische die Sensoroberfläche ab. Danach warte ich, bis die Oberfläche des Sensors getrocknet ist und setzte das Objektiv wieder an.

Diesen Schritt wiederhole ich, bis der Sensor wieder absolut staubfrei ist.

Beim Arbeiten mit den Sensorreinigungsstiften und den Swabs sollte nur geringer Druck auf den Sensor ausgeübt werden, um eine Beschädigung zu verhindern.

Die Reinigung des Sensors kann also durchaus etwas Zeit in Anspruch nehmen und ist manchmal ein kleines Geduldspiel.

Aber dafür sind die Funzel vom Photo weg… ;-)

 

Wenn Ihr Erfahrungen zu diesem Thema gemacht habt, würde ich mich freuen, wenn Ihr mir darüber berichtet!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0